Grigorios Aggelidis

Faire Hinzuverdienstgrenzen & Kunststoff in den Weltmeeren

Unsere Initiativen im Mai

Mehr Chancengerechtigkeit durch faire Hinzuverdienstgrenzen

Die derzeitigen Regelungen für den Hinzuverdienst von Schülerinnen und Schülern, die Sozialleistungen erhalten, sind zutiefst demotivierend. Deshalb fordern wir großzügige Freibetragsregelungen bei der Anrechnung der Einkünfte aus Schülerjobs für alle Schüler aus Familien, die Sozialtransfers erhalten. Sie dürfen nicht schon als Jugendliche das Gefühl bekommen, dass Leistung und Engagement sich nicht lohnt, weil sie einen Großteil ihres selbst verdienten Geldes wieder abgeben müssen. Kinder und Jugendliche sind nicht verantwortlich für die Umstände, in die sie hineingeboren werden. Und wenn sie dann Eigeninitiative zeigen, um sich ihr Taschengeld aufzubessern, sollte dies unbedingt unterstützt werden. Jugendliche haben vermehrt eigene Wünsche, wollen Sport treiben, ins Kino oder auf Konzerte gehen - eben einfach am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Es ist nicht Aufgabe des Staates ihnen all dies in vollem Umfang zu ermöglichen, aber der Staat sollte ihnen auf keinen Fall Steine in den Weg legen, wenn sie sich mit einem Taschengeldjob etwas Geld für genau diese Teilhabe hinzuverdienen. Dies fördert ihre Kompetenzen, bereitet sie auf das Leben vor und hilft ihnen ihren Weg zu gehen. Jugendliche aus sozial besser gestellten Familien ist dies schließlich auch möglich und somit werden im jetzigen System diejenigen aus ohnehin schlechteren finanziellen Verhältnissen doppelt bestraft.

Damit diese Ungerechtigkeit endlich ein Ende hat, fordern wir einen Freibetrag von 300 Euro im Monat sowie einen zusätzlichen Freibetrag von 1.500 Euro, der innerhalb von sechs Wochen in den Schulferien verdient werden darf. Es darf nicht sein, dass Jugendliche, deren Eltern Hartz IV beziehen gerade mal 100 Euro hinzuverdienen dürfen und ihnen von jedem weiteren Euro 80 Prozent abgezogen werden. Kinder und Jugendliche, deren Eltern den Kinderzuschlag erhalten müssen direkt 45 Prozent ihrer Einkünfte abgeben. Diese unfairen und demotivierenden Regelungen gehören abgeschafft - damit jedes Kind gute Chancen hat sich zu entwickeln und jedes Kind erlebt, dass sein Engagement ankommt. 

Kunststoff in Weltmeeren

Die Bilder sind allen bekannt: tote Meeresbewohner, deren Mägen mit Plastikmüll vollgestopft sind oder die sich in Fischernetzen und Plastikfolien verwickelt haben. Es gibt großangelegte Kampagnen von Greenpeace und WWF, die zurecht auf das Problem Plastikvermüllung der Ozeane hinweisen. Jahr für Jahr gerät mehr Plastikmüll in die Ozeane, die Menge wird auf acht Millionen Tonnen geschätzt. Jährlich entstehen rund 260 Millionen Tonnen weiterer Plastikmüll. Das World Economic Forum beschreibt die Situation so, dass es davon ausgeht, dass wir 2050 mehr Plastikteile als Fische in den Ozeanen finden. Die Kunststoffmüllinsel im Pazifischen Ozean wird in einigen Jahren so groß wie Frankreich sein. Plastik zerfällt je nach seiner Zusammensetzung sehr langsam und meist nicht vollständig. Das macht es sehr schwierig, die Folgen für Meere und Tiere – und so natürlich auch für den Menschen – abzuschätzen. Abfälle ohne Ressourcenwert landen oftmals in der Umwelt. Zu den größten Quellen des Plastikmülls in den Meeren zählen Flüsse wie der Yangtze (China), der Ganges (Indien, Bangladesch), der Amazonas (Peru, Kolumbien, Ecuador, Brasilien) und der Mekong (China, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam). Wenn Plastik ins Meer gelangt, dann kann es nur schwer und nie vollständig geborgen werden. Die Menge, die recycelt wird, ist äußerst gering (16 Prozent) im Vergleich zu dem was verbrannt wird (24 Prozent) und auf Deponien landet (60 Prozent). In Deutschland, wo es ein hohes Bewusstsein für den Schutz der Umwelt gibt, werden Kunststoff zu 99% verwertet. Ein hoher Anteil des in Deutschland genutzten Plastik wird bei ordnungsgemäßer Entsorgung im Recyclingkreislauf geführt. Die Recyclingrate liegt dabei bei 47% die energetische Verwertung bei 53% 

  • Wir wollen die Plastikwirtschaft in die Pflicht nehmen und darüber hinaus mit innovativen Technologien Plastikverschmutzung aus den Ozeanen verbannen. International tätige Konsumgüterproduzenten, die Plastik in ihren Produkten und Verpackungen verarbeiten und dadurch, dass sie diese in Schwellen- und Entwicklungsländern verkaufen, wirtschaftlich profitieren, müssen Verantwortung tragen. Sie sollen ihrer Verantwortung gerecht werden, indem sie eine nachhaltige Finanzierung von Entsorgungssystemen für die durch sie entstehenden Abfälle sichern. Damit würden wir die Verschmutzung durch Plastikteilchen in den großen Flüssen enorm senken können. 
  • Das ist aber nur ein Schritt: Wir können Plastikabfall nur durch Innovation und technologische Lösungen effektiv bekämpfen! Die Digitalisierung ändert alles, warum also nicht auch die Umweltpolitik? Inhaltsstoffe von Produkten können durch unterschiedliche Verfahren markiert werden. Aufgrund der Markierung kann schließlich besser sortiert und damit auch recycelt werden. 
  • In einem Projektversuch wurde durch eine Blockchain gezeigt, dass Produkten Entsorgungswerte zugeordnet werden können. Wir fordern, dass die Produzenten diesen Entsorgungswert monetär hinterlegen und bei ordnungsgemäßer Entsorgung von Produkt oder Verpackung das hinterlegte Geld an der Sammelstelle wieder abrufen können. Diese Idee schafft die Möglichkeit, auch in Schwellen- und Entwicklungsländern dauerhafte, professionelle Sammelsystem zu etablieren und zu finanzieren.
  • Unsere Deponieverordnung sollte in Europa als Vorbild genommen werden. Das bedeutet konkret, dass wir darauf hinwirken wollen, dass auf EU-Ebene ein Deponierungsverbot von unbehandelten Siedlungsabfällen erlassen wird.
  • Zu guter Letzt müssen endlich die Scheuklappen abgelegt und es muss eine offene und ehrliche Diskussion über Kunststoff geführt werden. Bereits direkt nach seiner Nutzung wird Plastikmüll zu Abfall. Kunststoffabfall muss erst stoffrein sortiert werden, ehe es zu Granulat verarbeitet werden kann, dass auch auf den Weltmärkten konkurrenzfähig ist.

Verbotspolitik bietet Scheinlösungen, wir wollen Plastikverschmutzung aber effektiv bekämpfen. Plastik zerfällt je nach seiner Zusammensetzung sehr langsam und meist nicht vollständig. Das macht es sehr schwierig, die Folgen für Meere und Tiere – und so natürlich auch für den Menschen – abzuschätzen. Aber der Schutz unserer Ozeane vor Plastikabfall ist kein Selbstzweck: Wenn wir wollen, dass unsere Kinder und Kindeskinder gesund aufwachsen, dann müssen wir den Anteil an (Mikro-)Plastik in unserer Umwelt drastisch senken. Das ist unsere Vorstellung von Generationengerechtigkeit!