Grigorios Aggelidis

Zentrale Anlaufstelle für das Alter

Aufklären, Schlichten, Helfen – so müsste die Aufgabenbeschreibung einer solchen Anlaufstelle lauten. Denn immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen und Konflikten im Alter, die von den Betroffenen nicht alleine bewältigt werden können. Beispiele sind etwa Gewalt an älteren Menschen, Probleme im häuslichen Umfeld bei altersbedingten Behinderungen, bei Streitigkeiten mit dem Vermieter oder auch die finanzielle Ausbeutung durch den Missbrauch von Vorsorgevollmachten. 

Ältere Menschen stehen dann oft alleine da. Es fehlt ein zentraler Ansprechpartner, der in den verschiedenen Bereichen unabhängig beraten kann und von beiden Streitparteien anerkannt wird. Neben den zahlreichen Angeboten der Wohlfahrtsverbände fehlt eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene, die alle Präventionsmaßnahmen und Hilfsangebote unabhängig vernetzt. Diese könnte die notwendige Brücke zwischen Menschen, die Hilfe benötigen und den zahlreichen Organisationen, die diese anbieten, bauen.  

Die Anlaufstelle für das Alter könnte also Ansprechpartner bei Konflikten rund um Betreuung, Pflege, Wohnen, Finanzen, Krankenkasse und Familie sein. Sie würde älteren Menschen helfen aber auch für Angehörige sowie Personen kurz vor dem Renteneintritt zur Verfügung stehen. Und auch für Behörden, Betreuer oder Pfleger, Ärzte, Beratungsstellen und Sozialdienste könnte sie einen vertrauensvollen Partner darstellen.

Ausgestattet werden sollte die zentrale Anlaufstelle mit geschultem Fachpersonal. So könnte in Konfliktsituationen, schnell die Sachlage ermittelt, Experten vermittelt und die Situation geschlichtet werden. Durch die Vernetzung mit den vielen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Organisationen könnte den Betroffenen genau die Hilfe angeboten werden, die benötigt wird. 

Nach meinen Vorstellungen sollte die Anlaufstelle über eine kostenfreie Rufnummer und über das Internet erreichbar sein, so dass schnell und unverbindlich ein Erstkontakt aufgenommen werden kann. Wären ausführlichere Gespräche nötig, würden diese bei örtlichen Partnern oder direkt bei den Betroffenen organisiert.

Von der zentralen Anlaufstelle könnte zudem ein deutlicher Mehrwert für die Politik ausgehen. In einem Jahresbericht etwa würden dann Entwicklungen und die Erfahrungen der Arbeit zusammengefasst und so ein möglicher Handlungsbedarf für die Gesetzgebung aufgezeigt.