Grigorios Aggelidis

Familien brauchen Sicherheit und Schutz

Viele Eltern in Deutschland sind derzeit verunsichert, weil sie offizielle Schreiben ihrer kommunalen Gesundheitsämter oder von ihren zuständigen Kommunalverwaltungen erhalten, wie mit Kindern in Familien umgegangen werden soll, wenn ein Corona-Verdacht besteht.

Diese Schreiben verlangen eine räumliche Isolierung von Kindern innerhalb der Wohnung im kompletten Tagesablauf und legen nahe, dass die Kinder im Extremfall auch aus ihren Familien herausgenommen und zwangsweise in Quarantäne kommen könnten, wenn dies nicht befolgt wird.

Bei solchen Anschreiben, wie sie derzeit aus Hessen, Baden-Württemberg oder der Region Hannover bekannt geworden sind, handelt es sich um behördliche Standardschreiben auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes. Sie sind weder familienfreundlich noch für juristische Laien klar und deutlich formuliert.

Ganz im Gegenteil: Sie sind für Eltern in der derzeitigen Corona-Stressphase offensichtlich missverständlich und führen damit zu einer weiteren Belastung und zur tiefen Verunsicherung.

Es entsteht erneut das Gefühl, dass Familien und das Kindeswohl für diese Bundesregierung nachrangig sind. Statt klarer Konzepte für Kita- und Schulöffnungen, einer familienfreundlichen Familieninfrastruktur und der Digitalisierung von Familienleistungen, werden Eltern weiter bevormundet und gestresst.

Gesundheitsminister Jens Spahn muss jetzt sofort öffentlich klar stellen, dass es nicht zur Herausnahme von Kindern aus ihren Familien kommen darf, denn das wäre ein völlig unverhältnismäßiger Eingriff in die Rechte der betroffenen Familien. Familien stehen völlig zurecht unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes. Eine Isolierung von Kindern innerhalb der Familien ist nicht kind- und familiengerecht.  Wir stehen uneingeschränkt für den Schutz der Familie und das Wohl der Kinder ein.

Das Kindeswohl ist - vor allem im Krankheitsfall - am besten durch eine umsorgende Familie in vertrauter Umgebung gewährleistet - natürlich mit medizinischer Unterstützung. Spahn muss Familien die Unsicherheit nehmen. Denn die Behördenschreiben sind mindestens unsensibel und herablassend formuliert, wenn nicht sogar rechtlich fragwürdig und bedürfen der sofortigen Klarstellung durch den Gesundheitsminister.