Grigorios Aggelidis

Durch Impfung Familien eine Perspektive auf Normalität geben

Familien leiden seit einem Jahr besonders unter Corona und erleben nicht nur immense Einschnitte in ihr Leben, sondern auch eine große Doppelbelastung: Wenn die Kita wegfällt und Homeschooling Alltag wird, sind Eltern und Kinder ganz besonders gefordert. Gerade die Kinder erleben dabei drastische Einschränkungen ihres gewohnten Lebens und ihrer Strukturen: Kita, Schule, Vereinsleben oder Freundeskreise fallen teilweise komplett weg. Ihre Lebensqualität ist dadurch sehr gesunken und ihr Stresslevel gestiegen. Gleichzeitig erkranken mehr Kinder an Covid-19. Sie haben zwar sehr selten schwere Verläufe, es zeigt sich jedoch, dass auch sie an der Long-COVID genannten Folgeerkrankung leiden können.

Ein Zustand, der mich als familienpolitscher Sprecher nicht nur politisch, sondern auch persönlich nicht zufrieden stellt. Ich möchte Familien schnell ein normaleres Familienleben ermöglichen und sie in den Vordergrund unserer Bemühungen stellen.

Doch wie können wir Familien helfen? Die Antwort ist so einfach wie auch kompliziert: durch impfen.

Einfach, weil ein, zwei „Picks“ spürbare Erleichterungen bringen. Kompliziert, weil Eltern beispielsweise bislang in die Priorisierungsgruppe 6 „Übrige Personen unter 60 Jahren“ fallen und es aktuell noch keinen Impfstoff für Kinder in Deutschland gibt.

Biontech/Pfizer hat die Zulassung ihres Impfstoffes für Kinder zwischen 12 und 15 Jahren momentan beantragt. Studien zur Wirksamkeit bei jüngeren Kindern unter 12 Jahren laufen noch, sie müssen also noch warten.

Einen ersten wichtig Schritt hat nun in der letzten Woche die Gesundheitsministerkonferenz gemacht: Sie hat den Entschluss gefasst, allen 12- bis 18-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot machen zu wollen, sollte bis dahin der Impfstoff für sie zugelassen werden. Die Bundesländer müssen nun ein Konzept erarbeitet, wie die Impfungen dann auch zeitnah durchgeführt werden könnten.

Doch das wird nicht reichen. Zum einen können Kinder unter 12 auch dann noch nicht geimpft werden, zum anderen fehlen die Eltern, die dann von den Erleichterungen für Geimpfte nicht profitieren können.

Daher setze ich mich zusammen mit der FDP-Bundestagsfraktion für mehrere Maßnahmen ein:

Wir möchten zum einen Eltern ab der Aufhebung der Impfpriorisierung bevorzugt zur Impfung einladen und so einen Schutzwall um Kinder aller Altersgruppen errichten, bis diese auch geimpft werden können. Eltern sind dabei auch Bindeglied zwischen Kindern und dem Rest der Gesellschaft und könnten somit eine Schlüsselrolle einnehmen. Schützen wir durch die Eltern die Kinder, schützen wir auch indirekt Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer etc.

Zum anderen möchten wir Familien ermöglichen, durch tagesaktuelle Tests ein normaleres Leben zu führen und beispielsweise Ausflüge und Reisen zu machen. Daher möchten wir getestete Personen mit Geimpften gleichsetzen: Wer einen negativen Test hat, sollte innerhalb der nächsten 24 Stunden genauso am öffentlichen Leben teilhaben wie jemand, der geimpft wurde.

Für mich ist klar: Wir müssen jetzt handeln, um nach den Sommerferien eine Verbesserung für Kinder und Eltern zu erreichen. Wir fordern die Bundesregierung auf, unseren Vorschlägen zu folgen und die Maßnahmen schnell umzusetzen und damit Familien spürbar zu entlasten.