Grigorios Aggelidis

Das Kinderchancengeld – Ein Aufstiegsversprechen für alle Kinder

In Deutschland leben immer noch rund 2 Millionen Kinder in Armut. Mit dem Kinderchancengeld wollen wir endlich wirkliche Zukunftsperspektiven für Kinder schaffen, ihnen ein Aufstiegsversprechen geben, das wir auch einlösen und sie aus der Armutsfalle herausholen.

Das Kinderchancengeld ist so entwickelt, das es wesentliche bisherige Familienleistungen ersetzt, bündelt, vereinfacht und ausbaut. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat in den vergangenen Monaten unser grobes Konzept durchgerechnet und uns viele konkrete Zahlen mit auf den Weg gegeben, die wir nun vorstellen konnten.

Das Kinderchancengeld besteht aus 3 Säulen. Jedes Kind hat Anspruch auf einen Basisbetrag, der bei 200 Euro liegt. Alternativ erfolgt die finanzielle Förderung von Familien weiterhin durch den Kinderfreibetrag. Der einkommensabhängige Flexibetrag ist abhängig vom elterlichen Einkommen, aber erlaubt auch Taschengeldjobs ohne Abzüge. Der Höchstsatz des Flexibetrags beträgt 200 Euro und sinkt vom Höchstbetrag bis zu einem Elterneinkommen von 3.500 Euro stetig ab.

Das Chancenpaket schließlich beinhaltet alle nichtmateriellen Leistungen, wie Schulessen, Schülerbeförderung, Nachhilfe, Betreuung und Hilfestellung bei Hausaufgaben, Sprach- und Leseförderung, Kultur und Musikunterricht. Das jährliche Schulbedarfspaket wird im Chancenpaket auf maximal 240 Euro (bisher 150 Euro) erhöht. Der maximale Betrag, der monatlich für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft (z.B. Sportverein oder Musikunterricht) zur Verfügung steht, wird auf 50 Euro (bisher 15 Euro) erhöht. Zusätzlich zu den Mitteln des Chancenpaketes, wollen wir sicherstellen, dass alle Schüler digitale Endgeräte haben.

Durch die drei Säulen wird eines klar: Der Schwerpunkt liegt beim Kinderchancengeld neben der monetären Armutsbekämpfung klar darauf, dass durch das Chancenpaket endlich ein bildungsförderndes Umfeld für Kinder und Jugendliche geschaffen wird. Das Kinderchancengeld bietet eben mehr als reine Geldleistungen und stellt keinen schlechter als bisher. Im Gegenteil: Es verbessert vor allem die Situation von Kindern bei Eltern in unteren Einkommensgruppen oder prekären Situationen.

Ein wirklicher Mehrwert des Kinderchancengeldes ist es zudem, dass dieses komplett digital gedacht ist. Das Antrags- und Bearbeitungsverfahren so unkompliziert wie möglich für alle Seiten machen, damit die Leistungen auch da ankommen, wo sie gebraucht werden. So wird etwa das Chancenpaket komplett digital über das Chancenportal zugänglich gemacht. Das Portal ist für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die Leistungserbringer der zentrale Ort der Kommunikation, Organisation, Verwaltung sowie der Abrechnung ihrer Leistungen. Die Abrechnung erfolgt digital und vollautomatisch im Hintergrund. Die Familien müssen keine Rechnungen oder Quittungen mehr einreichen oder überprüfen lassen. Die Infrastruktur ermöglicht auch kleineren Anbietern oder Anbietern von einzelnen Leistungen, die unkomplizierte Nutzung des Systems, fördert so die Vielfalt und Individualität der Angebote und reduziert Bürokratie auf kommunaler Ebene und bei ehrenamtlichen Organisationen. Es ermöglicht zudem Kommunen, zielgenauer zu fördern und schafft für Kinder und Jugendliche Klarheit, weil alle Angebote von Kommune, Bund und Land gebündelt und so auf einen Blick erkennbar und abrufbar sind.

Das Kinderchancengeld ist eines der Hauptbestandteile unseres Paradigmenwechsels in der Familienpolitik. Wir Freie Demokraten stehen für ein modernes Verständnis von Familie, Entlastung von Familien durch eine Förderung der Familieninfrastruktur und eine wirkliche finanzielle Förderung, die auch ankommt.  Mit dem Kinderchancengeld bekommen Kinder endlich das Rüstzeug und die Chancen, um selbstständig ihren Weg zu gehen.